Frankreich, Italien und die Türkei versuchen es im Alleingang, Norwegen und Schweden haben eine gemeinsame Bewerbung abgegeben. Die UEFA hat ein Jahr Zeit, um die Bewerber auf ihre EM-Tauglichkeit zu prüfen.
Die Kandidaten müssen mehr zu bieten haben als die Gastgeber der vergangenen Meisterschaften. Die EM 2016 wird die erste sein, bei der 24 Mannschaften anstatt wie bisher 16 antreten werden. Dementsprechend mehr Stadien verlangt die UEFA vom Ausrichter: Zwölf Stück müssen es sein, darunter zwei Stadien mit Plätzen für mindestens 50.000 Zuschauer, drei Stadien für je mindestens 40.000 Fans und drei Stadien mit einer Mindestkapazität von je 30.000 Plätzen. Die Aufstockung auf 24 Mannschaften ließ unter anderem Schottland und Wales auf eine Bewerbung verzichten. Ursprünglich wollten beide Länder die EM gemeinsam ausrichten.
Als Favorit unter den jetzigen Bewerbern gilt Frankreich, das bereits 1960 und 1984 die Europameisterschaft und zudem 1998 die Weltmeisterschaft ausgerichtet hat. Allerdings könnte die Bewerbung an zu wenigen modernen Stadien scheitern. Um den hohen Ansprüchen der UEFA zu genügen, wird der französische Staat zunächst 100 Millionen Euro investieren. Ebenfalls erfahrene EM-Gastgeber sind Italien (1968) und Schweden (1992). Auch Italien muss seine alten Stadien modernisieren. Geplant sind zudem neue Arenen in Turin und Mailand.
Die Türkei versucht bereits zum dritten Mal, die EM ins Land zu holen. Für die EM im letzten Jahr ging man gemeinsam mit Griechenland ins Rennen. Die Bewerbung für 2012 scheiterte in der zweiten Bewerbungsphase. Dafür hat die Türkei einen klaren Vorteil gegenüber den Konkurrenten: Sie besitzt bereits sechs Stadien, welche die strengen UEFA-Kriterien erfüllen (darunter das Atatürk-Olympiastadion und das Sükrü-Saracoglu-Stadion, beide in Istanbul).
Auch Schweden hat einen gewissen Vorlauf bei den Ausrichtungsorten: Das Rasundastadion in Solna und das Ullevi-Stadion in Göteborg genügen bereits den Anforderungen der UEFA. Norwegen hingegen muss mit Neubauten nachziehen. Bis zum 15. Februar 2010 haben alle Kandidaten Zeit, ihre Dossiers auszuarbeiten. Am 15. Februar werden diese der UEFA vorgelegt und im März prüft die UEFA die EM-Tauglichkeit der Bewerber vor Ort. Am 27. Mai 2010 ist voraussichtlich mit der endgültigen Entscheidung zu rechnen.
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