Unsere Vorfahren schipperten noch mit schwimmenden Baumstämmen über Flüsse und Seen, um ihre Waren zu transportieren oder Fische zu fangen. Sie bauten Flöße, fügten Holzstäbe zusammen und bespannten sie, um das Wasser zu erobern. Seit mehr als 8.000 Jahren fällen Menschen Bäume, um daraus Schiffe zu bauen. Schon die alten Ägypter nutzten die Kraft des Windes, indem sie Segel an einen Mast spannten und damit die Kraft ihrer Sklaven schonten.
Heute sind die Boote aus Holz, Aluminium, Glasfaser oder Kunststoff gebaut. Federleicht schwirren sie über das Wasser, schneller und wendiger als je zuvor. Die Segel geben nicht mehr nur Antrieb, sondern manövrieren das gesamte Boot. Seit im 19. Jahrhundert die Briten und Iren das Segeln als Sport der etablierten Klassen für sich entdeckten, entwickelten sich die Boote und Yachten rasant, um sich den Wettkampfgegebenheiten anzupassen. In Deutschland entstanden 1850 die ersten Segelclubs. 1851 wurde zwischen England und Amerika der „America's Cup“ ausgetragen, die erste internationale Wettfahrt überhaupt. 1882 startete auch in Kiel der Vorläufer der heutigen „Kieler Woche“, das immerhin größte Segelsportfest der Welt. Vor allem in den letzten Jahrzehnten ist der Sport immer beliebter geworden. Kein Wunder also, dass er seit 1900 in Paris aus der olympischen Geschichte nicht mehr wegzudenken ist. Obwohl Frauen in die Teams integriert werden konnten, wurden erst 1988 in Seoul eigene Frauen-Wettbewerbe eingeführt. Auch die Bootsklassen wurden erst einmal ständig verändert. Relativ spät konnten sie einigermaßen standardisiert werden, je nachdem, welche Bootsgattung gerade in Mode war. Wenn im August in der chinesischen Stadt Qingdao in der Shandong-Provinz endlich die Segelboote wieder um den olympischen Titel übers Wasser gleiten, können auch die Gastgeber mit guten Chancen auf einen Platz auf dem Siegertreppchen rechnen. Schon in den vergangenen Jahren konnten sie mehrere Weltmeistertitel erhaschen. „Unser Ziel ist es, bei Olympia 2008 unter die besten 8 zu kommen“, hofft der Trainer der chinesischen Nationalmannschaft Wang Ying. Für Deutschland gehen auf jeden Fall der Kieler Starboot-Segler Marc Aurel Pickel und sein Team um die Trophäe ins Rennen. Ob sie Erfolge wie die von Willi Kuhweide in den 60er Jahren oder Jochen Schümann in den 70er wiederholen können, wird sich dann zeigen. Der bisher erfolgreichste Segler ist nach wie vor der Däne Paul Elvström. Zwischen 1948 und 1960 konnte er in der olympischen Einmannklasse vier Mal Gold mit nach Hause nehmen.
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TREND
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