Etwas enttäuscht war Bundeseishockeytrainer Uwe Krupp doch, als seine Mannschaft beim WM-Auftakt gegen Vizeweltmeister Finnland chancenlos blieb. 1:5 (0:0, 1:2, 0:3) verloren die Spieler. Und das, obwohl sie laut Trainer zwei Drittel der Spielzeit vor den 7.500 Zuschauern im Halifax Metro Center eine ansprechende Leistung geboten hätten. Noch bis zum 18. Mai findet in Kanada die 72. A-Eishockeyweltmeisterschaft der Herren statt.
Die besten 16 Mannschaften aus Europa und Nordamerika versuchen dort, den Puck ins gegnerische Tor zu schießen. Zum ersten Mal seit 1962 spielen die Sportler auf den vier Meter schmaleren NHL-Spielfeldern. Für die Kanadier ist klar, sie wollen auf jeden Fall die Goldmedaille und das erste Gastgeberland seit 1986 sein, das den Titel gewinnt. 24 Mal haben sie ihn schon mit nach Hause gebracht. Überall im Land hängen derzeit unterstützend die Fahnen mit dem Ahorn drauf. Eishockey ist hier Nationalsport und die WM auch in den Tageszeitungen nicht von der ersten Seite zu vertreiben. Zum Eröffnungsspiel forderten die Kanadier Slowenien heraus und gewannen problemlos und erwartet souverän mit einem 5:1 „Es gibt nichts, was vergleichbar wäre mit dem Gewinn des Stanley Cups, aber Gold bei einer WM kommt gleich dahinter“, sagte Torwart Carn Ward. Seine Mannschaft ist bekannt dafür, sich erst im Laufe des Turniers zu steigern. Einen Scherz erlaubten sich die Russen. Sie erschienen in sowjetischen Trikots des Jahres 1956, dem Jahr des ersten Olympiasieges. Ihr Spieler Alexander Sjomin holte in diesem Sinne das Spiel mit Leichtigkeit nach Hause. Zumindest in den Stadien zeigten sich die Kanadier trotz ihres Sieges noch wenig hingerissen. Die Zuschauerreihen blieben zahlreich ungefüllt. 2.000 Zuschauer mehr hätten zu ihrem Auftakt ins Stadion gepasst. Fangesänge und Trommelwirbel gab es anders als in europäischen Stadien kaum. Den zugereisten Fans konnten allerdings auch die Niederlagen ihrer Mannschaften nicht die Laune verderben. Sowohl die Letten, die von Kanadas Erzrivalen, den USA, besiegt wurden als auch die Deutschen bejubelten und feierten ihre Sportler. Deutsche Fans genossen das Spiel gegen Finnland vor dem Stadion mit kanadisch-bayrischer Blasmusik und original kanadischem Bier. Dort feierten sie das einzige Tor der deutschen Mannschaft, das auch noch ausgerechnet der Berliner Florian Busch geschossen hatte, der wegen seiner verweigerten Dopingkontrolle erst vor dem Spiel kurzfristig die Erlaubnis erhalten hatte, bei der WM anzutreten.
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TREND
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