Wenn die Rollen über den feinen Asphalt gleiten, liegt kaum ein Steinchen auf dem Weg, das ihre Geschwindigkeit abbremsen könnte. Auf den nahezu 200 Kilometer langen Strecken der Fläming-Skate gibt es kaum etwas, dass Roller-Blader aufhalten könnte. Drei Meter sind die Bahnen breit, die südlich von Berlin an idyllischen Dörfern, Feldsteinkirchen, Seen und Wäldern vorbeiführen.
46 Orte im Landkreis Teltow-Fläming sind insgesamt an den Skater-Strecken angeschlossen. Vor allem Tages- und Wochendausflügler treibt es in den warmen Monaten vor die Tore der Hauptstadt, um sich dem Geschwindigkeitsrausch zu ergeben. Mehrere Rundkurse bieten dort den Skatern, aber auch Radfahrern, die verschiedensten Schwierigkeitsstufen. Der längste Rundkurs ist auch das Herzstück des Fläming-Skate. Er ist 94,6 Kilometer lang. Teilweise durch die Steigung recht anspruchsvolle Streckenabschnitte führen an Städten wie Jüterbog und Luckenwalde vorbei. Deren historische Stadtkerne locken jährlich mehrere tausend Touristen an. Direkt an der Fläming-Skate ist auch die Skate-Arena Jüterbog gelegen, die wohl modernste Sportstätte dieser Art in Deutschland. Dort wurden 2005 auch die Europameisterschaften im Speedskating ausgetragen. Auf der nur 12 Kilometer langen Strecke des Kolzenburger Rundkurses in der Nähe von Luckenwalde sind vor allem Anfänger gut aufgehoben. Höhenunterschiede gibt es dort kaum. Dafür aber romantische Landgasthöfe und Hotels zum Verschnaufen. Und nur manchmal müssen sie auch eine Verkehrsstraße kreuzen. Angst, überfahren zu werden, brauchen die Freizeitsportler jedoch nicht zu haben. „Vorsicht, Skater kreuzt“, steht auf 70 Verkehrschildern, die der Landkreis aufstellen lassen hat. Längst sind auch die Gastronomen der Region auf die Skate-Touristen eingestellt. Zahlreiche Imbisse, Skate-Verleihe und Biergärten haben sich seit der Eröffnung etabliert. Sogar in den Schulen werden Möglichkeiten erarbeitet, den Tourismus auf Rollen noch mehr anzukurbeln. Was heute das ausgebauteste Streckennetzwerk für Skater in Europa ist, wurde erst einmal als Radweg getarnt, aus Angst, sich die Idee stehlen zu lassen. Erst im Jahr 2001, immerhin sechs Jahre nach den ersten Bauarbeiten, wurde das Geheimnis auf der Grünen Woche gelüftet. Ungefähr 18 Millionen Euro hat dieses Projekt seither gekostet. 60 Kilometer Strecke sollen zusätzlich ausgebaut werden und noch mehr Touristen in die Region locken.
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TREND
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