Slowfood – das entspanntes Genießen
Morgens wird schnell die Schnitte verschlungen, zum Mittagessen geht es in die Kantine und nach Büroschluss schnell ins Fast-Food-Restaurant. Der immer hektischer werdende Arbeitsalltag lässt kaum Inseln des Genusses. Essen dient der Nahrungsaufnahme und wird kaum mehr als Erlebnis gesehen. Schluss damit, dachten sich schon in den 80er Jahren einige Leute in Italien und gründeten Slowfood, die Bewegung, die die Langsamkeit am Tisch zelebriert.
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Foto: slowfood / Stefan Abtmeyer
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Es gehe darum, das Geruhsame und Sinnliche gegen die universelle Bedrohung durch das schnelle Leben zu verteidigen, heißt es im Manifest der Organisation. Ihr Symbol ist nicht umsonst eine Schnecke. Slowfood ist damit eine Protestbewegung zum genusslosen Fast-Food-Essen der modernen Gesellschaft, zum wahllosen Hinunterschlingen von Speisen, zu verantwortungslosem Umgang mit Nahrungsmitteln. Essen ist unbestritten auch Kulturgut. Und dieses möchten die Slowfood-Anhänger retten.
Etwa 80.000 Mitglieder sind derzeit dafür aktiv. Sie sind in den so genannten Convivien organisiert, den Ortsgruppen. 70 gibt es derzeit davon in Deutschland. Dort treffen sich die insgesamt 8.000 Mitglieder und deren Freunde und Bekannte, um gemeinsam zu kochen, zu genießen und zu reisen. Sie wollen den Geschmack entdecken, die Vielfalt der Küche erfahren und die Sinne schärfen. Vor allem auf regionale Küchen setzen sie und auf Produkte der Saison.
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Zahlreiche Legenden ranken sich um die Entstehung, klar ist nur, dass Slowfood aus Italien in die ganze Welt hinüberschwappte. Der heutige Präsident der Organistaion, Carlo Petrini, sei bei einem Ausflug mit Freunden in die Toskana mit einem Landwein beglückt worden, durch den er die Freuden des Genusses wiederentdeckt habe und fördern wollte. Der Hauptsitz der Slowfood-Vereinigung liegt in Bra, 50 Kilometer südlich von Turin – von jeher eine kulinarische Genussregion. Wie wohl die meisten Menschen ziehen sie ein entspanntes Essen in gemütlicher Runde mit dem dazu passendem Wein dem hektisch verschlungenen Hamburger vor. Anders als viele andere, nehmen sich die Anhänger aber bewusst Zeit, um den Genuss zu zelebrieren. Mehr noch, um ihn auch zu schulen. Sie gehen in Kindergärten, veranstalten Kochkurse und unterstützen Seminare für den guten Geschmack. In einem ihrer Projekte, der Arche des Geschmacks, versuchen sie, Tiere und Pflanzen zu retten, die wir Menschen fast ausgerottet haben, weil wir sie zum Essen gern haben. Es geht ihnen darum, die biologische Vielfalt zu erhalten und so ein ausgewogenes Verhältnis von Lebensmitteln auf den Tellern zu sichern.
Weitere Infos: www.slowfood.de
Slowfood-Messe: 3.-6. April, Neue Messe Stuttgart, Tageskarte ab 12 Euro: www.slowfood-messe.de
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