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Warum soll man einen Nordic Walking Kurs besuchen?

Von weidatalmarathon.de

Ach was, Nordic Walking kann doch jeder. Einfach zwei Stöcke in die Hand und los geht´s. Das kann doch nicht so schwer sein. Einen Kurs besuchen, das braucht man ganz bestimmt nicht. Ist dem wirklich so? Wir klären in einem weiteren Teil unserer Serie darüber auf.


Quelle:
www.weidatalmarathon.de

 


Solche und ähnliche Äußerungen musste ich mir von Eva anhören, als ich ihr erzählte, ich hätte mich zu einem Nordic Walking Kurs angemeldet. „Was willst Du denn da? Ich hab da ein tolles Buch gesehen, mit vielen Bildern und Erklärungen, das tut´s doch auch! Und außerdem ist das viel preiswerter als dein Kurs.“

„Ich möchte nun mal nicht lesen, um etwas zu lernen. Außerdem, wer sagt dir denn dann, ob du es auch tatsächlich richtig machst. Oder schleppst Du etwa einen mannshohen Spiegel mit dir herum?“, entgegnete ich entschlossen und ließ mich nicht von meinem Vorhaben, einen Nordic Walking Kurs besuchen zu wollen, abbringen. „Lies du nur dein Buch, wir werden ja sehen.“

Noch am gleichen Tag ging Eva los, um sich ein Nordic Walking Buch zu holen und begann zu lesen. Ich dagegen meldete mich zu meinem Kurs an, der nächste Woche starten sollte und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Motiviert und gespannt erschien ich dann zum ersten Termin. Der Trainer war nett und erschien mir sehr kompetent. Mit einfachen Übungen brachte er uns die Grundtechnik des Nordic Walkings bei. Trotz meiner fehlenden sportlichen Erfahrung fiel es mir recht leicht ihm zu folgen. Meine Befürchtungen, ich könnte das vielleicht nicht schaffen oder mich dumm anstellen, waren schnell verflogen. Am Ende der ersten Stunde war ich dann in der Lage mit den Stöcken einigermaßen sinnvoll umzugehen. Es war noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber meine Füße und Hände taten zumindest das, was ich von ihnen verlangte. Ein gutes Gefühl. Ich freute mich schon auf nächste Woche. Stolz erzählte ich Eva von meinen ersten Erfahrungen mit Nordic Walking. Aber irgendwie schien sie gar nicht so glücklich. Auf die Frage, wie es denn bei ihr so lief, antwortete sie nur zögerlich. Eigentlich klappte das mit dem Nordic Walking ganz gut, zumindest theoretisch. Dann platzte sie plötzlich heraus, sie habe sich am Handgelenk verletzt und deshalb seit einigen Tagen die Stöcke aus der Hand gelegt.

„Na ja, ich bin eben los gegangen und habe mir ein paar Stöcke gekauft, natürlich ein super günstiges Angebot im Discounter. Die sind zum verstellen. Na ja und als ich dann beim Training erstmals versucht habe mich richtig auf den Stöcken abzustützen, das stand ja so in dem Buch, da hat der Stock das nicht so richtig mitgemacht. Ich hatte ihn wohl nicht richtig verschraubt, keine Ahnung. Jedenfalls hab ich mir das Handgelenk beim Versuch, mich abzustützen verstaucht. Welche Stöcke hast Du denn?“

„Keine Ahnung“, antwortete ich. „ Unser Trainer stellt die uns kostenlos zur Verfügung. Zum verstellen sind die jedenfalls nicht. Jeder bekommt ein Paar passend zu seiner Körpergröße.“ „Mmh, wenn ich das gewusst hätte. Das stand leider nicht in meinem Buch. Könntest du vielleicht mal fragen, wann wieder ein Kurs startet?“ Ich lächelte und nickte.

Eine Geschichte, die leider nicht zu selten auftritt. Die meisten Menschen glauben, ein Nordic Walking Kurs sei pure Zeit- und Geldverschwendung. Schaut man sich allerdings den Nordic Walker im Park mal genauer an, so lässt sich dies schnell widerlegen. Denn wider der allgemeinen Meinung legitimiert das Mitführen von Stöcken nicht die Bezeichnung „Nordic Walking“. Denn eine korrekte Ausführung der Technik ist einfach entscheidend, um all die Vorzüge dieser Sportart nutzen zu können. Damit nicht genug, alle Argumente, die für das „Learning by myself“ sprechen würden (siehe Tabelle) lassen sich sehr leicht entkräften. Vielen ist die Kursgebühr zu hoch oder man ist generell nicht gewillt Geld für einen Kurs zu bezahlen. Muss man ja auch nicht, zumindest nicht in vollem Maße.

Suchen sie sich doch einfach einen Trainer, der von den Krankenkassen anerkannt ist. Denn wenn dies der Fall ist können sie sich einen Großteil der Kursgebühr von ihrer Krankenkasse zurück erstatten lassen. Im Regelfall sind dies 80 % der Kursgebühr (unter der Voraussetzung, dass sie auch an 80 % der Kurse teilgenommen haben, aber das dürfte ja nicht das Problem sein). Meist gibt es dann noch einen Gesundheits-Bonus in Form von Punkten. Informieren sie sich doch einfach vor dem Start des Kurses bei ihrem Trainer, ob er eine solche Krankenkassenanerkennung besitzt und die Kurse von der Kasse bezuschusst werden. Falls ihre Kasse keinen Anteil übernimmt, so sparen sie immer noch Geld, das sie für ein (meist schlechtes bzw. fehlerhaftes) Buch ausgegeben hätten. Dazu kommt noch die Ersparnis für die Nordic Walking Stöcke, die sie in einem guten Kurs kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Damit sind sie fast bei plus minus Null angelangt.

Das zweite Argument, was häufig gegen den Besuch eines Nordic Walking Kurs hervorgebracht wird, ist die Flexibilität. Häufig hört sich das dann so an: „Ich bin geschäftlich sehr eingebunden und möchte nachdem ich nach Hause komme gern selbst entscheiden, wann ich Sport treibe.“ oder „Ich bin gern unabhängig von einer festen Kurszeit, weil ich häufig nicht rechtzeitig da sein kann.“ Sicher wenn der Kurs 17:00 Uhr startet und sie aber bis 18:00 Uhr arbeiten müssen, gibt es keine Möglichkeit diesen Termin wahrzunehmen. Aber meist gibt es alternative Kurszeiten. Und sind wir doch mal ehrlich, ein fester Termin verpflichtet zum Kommen. Kein Termin führt dazu, dass unser innerer Schweinehund früher oder vielleicht auch etwas später siegt. Meist wird dann aus dem hochmotivierten 2-3 mal pro Woche ein 1-mal pro Woche und schließlich ein gelegentlich bis selten.

Das letzte Manko, was der Besuch eines Kurses dann noch besitzt ist der größere organisatorische Aufwand. Man muss sich erkundigen, wann und wo ein Kurs stattfindet und sich anmelden, muss die Anreise organisieren usw. Dennoch rechnen wir dies gegen mit dem organisatorischen Aufwand für das Learning by myself, so sind das Peanuts. Hier gilt es zuerst ein gutes Buch zu finden und da geht es schon los. Woher weiß man denn schon, was ein gutes Buch ist. Als nächstes steht die Frage nach den Stöcken im Raum, welche der vielen auf dem Markt existierenden Modelle sind geeignet, welche Größe benötige ich, welcher Preis ist angebracht etc. Meist fehlen die richtigen Informationen, um tatsächlich mit einem guten und passenden Stock zurück zu kehren. Leider ist häufig die Beratung im Sportgeschäft auch nicht immer optimal. Hat man dann alle nötigen Dinge erfolgreich erstanden, so muss man sich jedes Mal selbst Gedanken machen, welche Strecke man wählt. Besuche ich hingegen einen Nordic Walking Kurs, wird mir all dies abgenommen und ich brauche nur noch zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Das spricht doch eindeutig dafür!

Zum zweiten Teil von "Warum soll man einen Nordic Walking Kurs besuchen?"

Quelle:
www.weidatalmarathon.de

 

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