Gesundheitlicher Nutzen des Nordic Walking Im Zeitalter der fortschreitenden Technisierung, das verbunden ist mit zunehmender Bewegungsarmut, bringt ein regelmäßiges Nordic Walking Training als klassischer Ausdauersport eine breite Palette gesundheitlicher Effekte mit sich. Gegenüber dem Laufen und Walken hat das Nordic Walking einen entscheidenden Vorteil, den aktiven Oberkörper- und Armeinsatz. Damit einher geht bei gleicher Bewegungsgeschwindigkeit ein bis zu 20 % höherer Energieverbrauch bei gleichzeitig geringerem subjektivem Belastungsempfinden. Zudem bringt der aktive Stockeinsatz noch ein weiteres Benefit mit sich, er entlastet die Gelenke, vor allem die der unteren Extremitäten (Sprung-, Knie-, Hüftgelenk), um ca. 30 %, natürlich unter der Maßgabe einer sauberen Nordic Walking Technik.
Als ideales Ganzkörpertraining sind etwa 90% der Skelettmuskulatur involviert, insbesondere solche Muskelgruppen, die im täglichen Leben häufig vernachlässigt werden und daher zur Abschwächung neigen (Tab. 1). Somit werden muskuläre Dysbalancen vermindert bzw. vermieden. Durch die kräftigende Wirkung des Nordic Walking Trainings auf die Muskulatur werden Gelenke und Bänder entlastet und damit deren „Verschleiß“ reduziert. Die Mineralisation des Knochens, also die Einlagerung von Mineralstoffen in die Knochensubstanz, wird durch das regelmäßige Nordic Walking angeregt bzw. der Demineralisation (Auslagerung von Mineralstoffen aus dem Knochen) im fortschreitenden Alter Einhalt geboten. Damit verbessert sich die Stabilität des Stützapparates und das Osteoporose-Risiko wird minimiert.
Neben der Stärkung von vernachlässigten Muskelgruppen kann Nordic Walking auch dazu beitragen, Verspannungen, insbesondere im Schulter- und Nackenbereich, zu lösen. Die zyklische An- und Entspannung im Oberarm- und Schulterbereich wirkt quasi wie eine kleine wohltuende „Massage“, verbessert die Durchblutungen in dieser Region und lockert die angespannte Muskulatur.
Tab. 1: Kräftigung abgeschwächter Muskelgruppen durch Nordic Walking
| häufig abgeschwächte Muskeln |
Einsatz im Nordic Walking |
| gerade und schräge Bachmuskulatur |
Stabilisation des Rumpfes über dem Becken während des Stockschubes → Ausweichen des Oberkörpers während der Bewegung wird vermieden |
| Schulterblattfixatoren |
Fixation des Schulterblattes am Rumpf während des Stockschubes |
| Rückenmuskulatur (gerader Rückenstrecker im Brustwirbelbereich) |
Aufrechthalten (bzw. leicht nach vorne gebeugte Haltung) des Oberkörpers während der gesamten Bewegung |
| Pomuskulatur |
Aktives nach hinten Führen des Beines, insbesondere durch den verlängerten Schritt |
| Armstrecker |
Aktiver Armeinsatz hinter dem Körper, Schub über den Stock |
| Schienbeinmuskulatur |
Aktives Aufsetzen des Fußes während der Beinbewegung |
| Unterarm- und Handmuskulatur |
Halten und Greifen des Stockes → aktiver Wechsel zwischen Handöffnung und festem Griff |
Als Ausdauersport im meist moderaten Intensitätsbereich hat das Nordic Walking eine stärkende Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem, es ökonomisiert den Herzschlag (Ruheherzfrequenz sinkt) und unseren Stoffwechsel. Die Sauerstoffversorgung der Gewebe und Muskeln wird nicht nur während des Trainings verbessert, sondern auch in Ruhe. Die Gefäße werden elastischer und bei regelmäßigem Gebrauch der Stöcke kann auch der Blutdruck langfristig günstig beeinflusst werde (Senkung erhöhter Blutdruckwerte, Erhöhung des Blutdrucks bei zu niedrigen Werten). Ein weiterer Effekt eines Nordic Walking Trainings ist die Verminderung von erhöhten Blutfett- und Cholesterinwerten. Alles zusammengenommen reduziert das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung, der Todesursache Nummer eins in Europa.
Nordic Walking kann auch einen Beitrag zur Reduktion von Übergewicht leisten. Durch die mäßig intensive Belastung handelt es sich dabei um ein ideales Fettstoffwechsel-Training. Überflüssige Pfunde können damit abgebaut werden ohne sich zu überfordern und damit die Lust am Sport zu verlieren. Aufgrund der Bildung neuer Muskulatur wird auch in Ruhe mehr Energie verbraucht und damit das Anhäufen von Fett vermindert.
Eine zusätzliche Wirkung von allgemein Ausdauertraining und damit auch Nordic Walking ist die Stärkung des Immunsystems. Der Körper wird weniger infektanfällig und die Vitalität wird gestärkt.
Durch die Bewegung in der Natur, meist in Gesellschaft, ist Nordic Walking ideal dazu geeignet, Stress abzubauen und den Alltag hinter sich zu lassen. Außerdem schüttet der Körper während der Belastung Glückshormone (sog. Endorphine) aus, die das „Hochgefühl“ noch verstärken. Damit sind hoffentlich auch die letzten Skeptiker überzeugt und bereit für Ihre erste Nordic Walking Erfahrung.
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Quelle: www.nordicacademy.de
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