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Reihe Nordic Walking

Geschichte, Entwicklung und gesundheitlicher Nutzen des Nordic Walking

Nordic Walking als sanftes Bewegungskonzept erfreut sich weiter steigender Beliebtheit und hat sich als Gesundheitssport im deutschsprachigen Raum längst etabliert. Im ersten Teil unserer neuen Reihe Nordic Walking geht um die Geschichte und Entwicklung des Nordic Walking Stunde und ihr lest alles über den gesundheitlichen Nutzen des Trend-Sports.

Geschichte und Entwicklung des Nordic Walking
Der so genannte „Skigang“ ist bereits seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Sommertrainings im Skilanglauf. Wahlweise wurde im ruhigen Tempo über einige Stunden „am Stock“ gegangen oder hochintensive Trainingseinheiten, meist im ansteigenden Gelände, durch die Hochleistungsathleten aus den Disziplinen Langlauf, Nordische Kombination und Biathlon durchgeführt.


Quelle:

www.nordicacademy.de

 

Die damals üblichen Stocklängen und die damit verbundenen hohen Anforderungen an Technik und Kondition machten diese Bewegungsform für den Gesundheits- und Breitensportlern kaum umsetzbar. Nichtsdestotrotz wurde in den 90er Jahren das gesundheitliche Potenzial dieser Trainingsform entdeckt und vor allem in den USA Untersuchungen zum Thema „Gehen mit Stöcken“ durchgeführt.

Im Jahr 1997 wurde dann erstmals das Nordic Walking in Finnland vorgestellt. Die Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Stöcke, insbesondere des Materials, der Handschlaufensysteme und Längen, durch bedeutende Firmen trugen maßgeblich dazu bei, Nordic Walking als eine eigenständige Sportart zu etablieren. Es dauerte keine 3 Jahre und Nordic Walking hatte sich zur Sommersportart Nummer eins in Finnland gemausert. Ausgehend von Skandinavien schwappte im Jahr 2000 die „Nordic Walking Welle“ hinüber aufs europäische und amerikanische Festland. Auch in Deutschland wächst das Interesse seither für die neue Trendsportart stetig.

Bisher gibt es zwei Millionen begeisterte Nordic Walker hierzulande, deren Zahl jedoch auch zukünftig wachsen wird. Prognosen sprechen von bis zu zehn Millionen Aktiven bei einer vergleichbaren Entwicklung wie in Finnland.


Gesundheitlicher Nutzen des Nordic Walking
Im Zeitalter der fortschreitenden Technisierung, das verbunden ist mit zunehmender Bewegungsarmut, bringt ein regelmäßiges Nordic Walking Training als klassischer Ausdauersport eine breite Palette gesundheitlicher Effekte mit sich. Gegenüber dem Laufen und Walken hat das Nordic Walking einen entscheidenden Vorteil, den aktiven Oberkörper- und Armeinsatz. Damit einher geht bei gleicher Bewegungsgeschwindigkeit ein bis zu 20 % höherer Energieverbrauch bei gleichzeitig geringerem subjektivem Belastungsempfinden. Zudem bringt der aktive Stockeinsatz noch ein weiteres Benefit mit sich, er entlastet die Gelenke, vor allem die der unteren Extremitäten (Sprung-, Knie-, Hüftgelenk), um ca. 30 %, natürlich unter der Maßgabe einer sauberen Nordic Walking Technik.

Als ideales Ganzkörpertraining sind etwa 90% der Skelettmuskulatur involviert, insbesondere solche Muskelgruppen, die im täglichen Leben häufig vernachlässigt werden und daher zur Abschwächung neigen (Tab. 1). Somit werden muskuläre Dysbalancen vermindert bzw. vermieden. Durch die kräftigende Wirkung des Nordic Walking Trainings auf die Muskulatur werden Gelenke und Bänder entlastet und damit deren „Verschleiß“ reduziert. Die Mineralisation des Knochens, also die Einlagerung von Mineralstoffen in die Knochensubstanz, wird durch das regelmäßige Nordic Walking angeregt bzw. der Demineralisation (Auslagerung von Mineralstoffen aus dem Knochen) im fortschreitenden Alter Einhalt geboten. Damit verbessert sich die Stabilität des Stützapparates und das Osteoporose-Risiko wird minimiert.

Neben der Stärkung von vernachlässigten Muskelgruppen kann Nordic Walking auch dazu beitragen, Verspannungen, insbesondere im Schulter- und Nackenbereich, zu lösen. Die zyklische An- und Entspannung im Oberarm- und Schulterbereich wirkt quasi wie eine kleine wohltuende „Massage“, verbessert die Durchblutungen in dieser Region und lockert die angespannte Muskulatur.

Tab. 1: Kräftigung abgeschwächter Muskelgruppen durch Nordic Walking

häufig abgeschwächte Muskeln Einsatz im Nordic Walking
gerade und schräge Bachmuskulatur Stabilisation des Rumpfes über dem Becken während des Stockschubes → Ausweichen des Oberkörpers während der Bewegung wird vermieden
Schulterblattfixatoren Fixation des Schulterblattes am Rumpf während des Stockschubes
Rückenmuskulatur (gerader Rückenstrecker im Brustwirbelbereich) Aufrechthalten (bzw. leicht nach vorne gebeugte Haltung) des Oberkörpers während der gesamten Bewegung
Pomuskulatur Aktives nach hinten Führen des Beines, insbesondere durch den verlängerten Schritt
Armstrecker Aktiver Armeinsatz hinter dem Körper, Schub über den Stock
Schienbeinmuskulatur Aktives Aufsetzen des Fußes während der Beinbewegung
Unterarm- und Handmuskulatur Halten und Greifen des Stockes → aktiver Wechsel zwischen Handöffnung und festem Griff

Als Ausdauersport im meist moderaten Intensitätsbereich hat das Nordic Walking eine stärkende Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem, es ökonomisiert den Herzschlag (Ruheherzfrequenz sinkt) und unseren Stoffwechsel. Die Sauerstoffversorgung der Gewebe und Muskeln wird nicht nur während des Trainings verbessert, sondern auch in Ruhe. Die Gefäße werden elastischer und bei regelmäßigem Gebrauch der Stöcke kann auch der Blutdruck langfristig günstig beeinflusst werde (Senkung erhöhter Blutdruckwerte, Erhöhung des Blutdrucks bei zu niedrigen Werten). Ein weiterer Effekt eines Nordic Walking Trainings ist die Verminderung von erhöhten Blutfett- und Cholesterinwerten. Alles zusammengenommen reduziert das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung, der Todesursache Nummer eins in Europa.

Nordic Walking kann auch einen Beitrag zur Reduktion von Übergewicht leisten. Durch die mäßig intensive Belastung handelt es sich dabei um ein ideales Fettstoffwechsel-Training. Überflüssige Pfunde können damit abgebaut werden ohne sich zu überfordern und damit die Lust am Sport zu verlieren. Aufgrund der Bildung neuer Muskulatur wird auch in Ruhe mehr Energie verbraucht und damit das Anhäufen von Fett vermindert.

Eine zusätzliche Wirkung von allgemein Ausdauertraining und damit auch Nordic Walking ist die Stärkung des Immunsystems. Der Körper wird weniger infektanfällig und die Vitalität wird gestärkt.

Durch die Bewegung in der Natur, meist in Gesellschaft, ist Nordic Walking ideal dazu geeignet, Stress abzubauen und den Alltag hinter sich zu lassen. Außerdem schüttet der Körper während der Belastung Glückshormone (sog. Endorphine) aus, die das „Hochgefühl“ noch verstärken. Damit sind hoffentlich auch die letzten Skeptiker überzeugt und bereit für Ihre erste Nordic Walking Erfahrung.

Tipp: Unter www.nordicacademy.de erhalten Sie weitere Informationen zu Nordic Walking Kursen, Seminaren und Trainer-Ausbildungen.

Quelle:
www.nordicacademy.de

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