Doch immerhin: Seit drei Jahren veranstaltet der Deutsche Fußball Bund (DFB) den DFB-Futsal-Cup, eine Art inoffizielle Deutsche Meisterschaft. „Voraussetzung für eine offizielle Meisterschaft wäre ein flächendeckender Spielbetrieb“, sagt Willi Hink, der zuständige DFB-Direktor, der gern so einiges ändern möchte. „Ab 2009 sollen Auswahlmannschaften auf Ebene der Landesverbände gegründet werden. Bereits 2010/11 könnte dann eine deutsche Nationalmannschaft zum ersten Länderspiel antreten“, sagt er.
Derzeit sind der WM-Gastgeber Brasilien und Spanien klare Favoriten für den Titel. Zweimal gewannen die Spanier den Cup, die Brasilianer nahmen die Trophäe dreimal mit nach Hause. Seit jeher machen sie den Titel damit unter sich aus. Kein Wunder, in diesen Ländern darf sich Futsal über eine hohe Anerkennung freuen.
Schon in den 30er Jahren war es als Salonfußball in Südamerika populär. „Futebol de salão“ wurde er dort genannt. Fußballstars wir Ronaldo sagen nicht ohne Grund, ihre raffinierte Technik beim Spiel in der Halle erlernt zu haben. Auch in den Niederlanden spielen mehr als 70.000 Menschen diesen Sport und viele verdienen damit gutes Geld. Auf der Straße werden sie sogar erkannt und um Autogramme gebeten. In Deutschland sind es hingegen nur 5.000 Spieler und ein solcher Rummel ist kaum vorstellbar.
Lange Zeit hatte der DFB Futsal komplett ignoriert. Das soll sich nun ändern. „Der DFB hat eine regelmäßig tagende AG gegründet, mit dem Ziel, Futsal im ganzen Land aufzubauen und zu etablieren“, so Hink. Für Zuschauer könnte der Sport auch hier durchaus attraktiv sein. Er ist schnell und präzise. Es fallen nahezu doppelt so viele Tore wie beim normalen Fußball, der Ball ist sprungreduziert und ermöglicht genaue Schüsse. Zwei Mal 20 Minuten dauert die Spielzeit. Zeitverzögerungen gibt es nicht. Gespielt wird auf Kunstrasen oder herkömmlichen Basketballböden. Die Tore sehen aus wie die beim Handball. Fairness, Respekt und Gemeinschaft sind die Grundregeln dieses Sports, der weit weniger körperbetont ist als Rasenfußball und stattdessen mehr auf Technik und Reflexe setzt als auf endlose Läufe.
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