Iyengar praktizierte selbst über sechzig Jahre lang intensiv Yoga. Dies und seine zahlreichen Erfahrungen als Lehrer brachten ihm rasch weltweit Anerkennung ein. Ab 1954 bereiste der inzwischen 90-jährige Iyengar regelmäßig den Westen. Er ist maßgeblich daran beteiligt, dass Yoga in unseren Alltag etabliert wurde. Ziemlich schnell hat sich Iyengar-Yoga ausgebreitet und auch in Deutschland zahlreiche Anhänger gefunden.
Typisch für den kraftvollen, fordernden Stil auf Basis des Hatha-Yoga ist die korrekte Ausrichtung des Körpers. Dadurch wird das Gleichgewicht verbessert, unnötige Muskelarbeit vermieden und ein achtsames Körperbewusstsein entwickelt. Zudem werden Herz und Kreislauf gestärkt, der körpereigene Energiefluss angeregt und die Gelenke entlastet. Durch seine eigene Praxis und die Beobachtung seiner Schüler erkannte Iyengar zeitig den Wert von Hilfsmitteln, so genannten „props“ (aus dem Englischen, im Sinne von „Requisite“ oder „Stütze“).
Dazu zählen rutschfeste Matten, Gurte, Blöcke oder Klötze, feste Kissen, Gewichte, Stühle und von der Decke hängende Seile. Durch diese Hilfsmittel ist es selbst Anfängern möglich, länger in den Übungen zu bleiben, auch schwierigere Asanas einzunehmen und so den kompletten Nutzen daraus zu bekommen. Zudem werden Haltungsfehler leichter korrigiert oder treten gar nicht erst auf. Fortgeschrittenen Schülern helfen die „props“, ihren Körper noch genauer und achtsamer in den Übungen wahrzunehmen. Dank dieser Hilfsmittel ist Iyengar-Yoga auch für Menschen mit körperlichen Handicaps (Behinderungen oder schweren Krankheiten) geeignet.
Iyengar legt Wert darauf, die Yoga-Übungen nicht als eine althergebrachte Reihenfolge von Körperhaltungen zu sehen. Vielmehr bedeuten die Asanas für ihn Erforschung, Entdeckung und Beherrschung aller Verbindungen im Körper mittels Praxis. Typisch für eine Iyengar Klasse ist neben der Benutzung von Hilfsmitteln das Abstimmen der Übungen auf die äußeren Umstände (Tageszeit oder Wetter) und die inneren Zustände der Teilnehmer (nervlich und körperlich). Die sehr anspruchsvolle Praxis sollte nur von zertifizierten Lehrern unterrichtet werden. Die Ausbildung zum Iyengar-Lehrer dauert drei Jahre, in denen neben dem Wissen über die Asanas auch die notwendigen philosophischen und anatomischen Grundlagen vermittelt werden.
Mehr Infos:
www.iyengar-yoga-deutschland.de
www.yoga-welten.de
www.yoga.de |