Wie schon im letzten Artikel geht es auch dieses Mal wieder um die „schnelle Fitness“ zwischendurch – und zwar im Hotel. Wie wir schon bei den drei vorangegangenen Übungen gesehen haben, bieten sich auch im Hotel genügend Möglichkeiten, ohne Fitness Center einfach auf dem Zimmer etwas für die Fitness und damit für die Gesundheit zu tun. Dieses Mal geht es um die Bauchmuskulatur, die „Taille“ und die Brustmuskulatur.
Bauchmuskulatur Die gesamte Bauchhöhle wird von einem komplexen Muskel-Sehnen-Mantel umschlossen. Durch die Kontraktion aller Bauchmuskeln wird nun auf diese Bauchhöhle ein Druck ausgeübt, die sog. "Bauchpresse", die für eine Vielzahl physiologischer Abläufe bedeutend ist. Die Bauchmuskulatur kann zusammen mit der Rückenmuskulatur den Rumpf in alle Richtungen bewegen und die Stellung des Beckens beeinflussen.
Die einzelnen Bauchmuskeln sind:
M. rectus abdonimis (gerader Bauchmuskel)
M. obliquus ext. Abdominis (äußerer schräger Bauchmuskel)
M. obliquus int. abdominis (innerer schräger Bauchmuskel)
M. transversus abdominis (querer Bauchmuskel)
Die Faserrichtung der einzelnen Muskeln ist unterschiedlich und daher sind im Zusammenspiel miteinander verschiedenste Bewegungen und Spannungszustände möglich. Außerdem sind die Fasersysteme keinesfalls auf eine Körperhälfte beschränkt, sondern arbeiten funktionell mit denen der Gegenseite.
Der M. rectus abdominis ist durch Zwischensehnen (Intersectiones tendinae) in mehrere funktionell unabhängige Abschnitte unterteilt. Diese Zwischensehnen sind mit den Sehnenplatten (Aponeurosen) der seitlichen Bauchmuskeln verwachsen und erlauben daher eine Vielzahl von Bewegungskombinationen. Allerdings wird der M. rectus abdominis, wie auch wieder neuere Untersuchungen zeigen, bei einer Übungsausführung immer im Ganzen kontrahieren.
Anhand dieser Ausführungen kann man sich denken, dass es sinnvoll ist, verschiedene Bauchmuskelübungen durchzuführen. In dieser Ausgabe zeige ich euch eine Übung für die gerade Bauchmuskulatur:
1. Basic Crunch
Ausgangsposition: Rückenlage, die Füße am Boden aufgestellt, die Ferse dabei in den Boden drücken die Hände hinter den Kopf, dabei die Daumen an die Schläfe oder an die Wangenknochen (dadurch bleiben die Ellenbogen außen)
Übungsausführung: Oberkörper incl. Schulterblätter langsam anheben, dabei ausatmen, dann den Oberkörper wieder absenken, wenn möglich den Kopf vom Boden weglassen
ACHTUNG: schwerere Variation: eine Arm oder beide nach hinten ausstrecken!
Die Taille zu formen ist ja eine Bestrebung vor allen Dingen der Frauen. Wichtig zu wissen ist, dass die „Taille“ an sich kein Muskel ist, sondern nur diesen Bereich des Körpers bezeichnet. Die Taille an sich wird vor allen Dingen aus der schrägen und querverlaufenden Bauchmuskulatur gebildet. Sie formen die Taille und sollte deshalb Trainingsziel sein, wenn wir an der Taille arbeiten wollen.
Aber: Es muss das richtige sein, damit die Taille wirklich geformt wird und trotzdem vor allem der untere Rückenbereich dabei nicht belastet wird. Denn häufig wird dieser Bereich beim Training unnötig strapaziert, was zu unnötigen Rückenschmerzen oder auf die Dauer zu schlimmerem führen können. Um generell mehr Taillenform zu erzielen, sollte auch regelmäßiges Ausdauertraining durchgeführt werden, damit die darunter liegende Muskulatur zu sehen ist.
Optimale Effekte erreichen Sie, wenn Sie das Workout 3 Mal in der Woche durchführen, aber immer einen Tag Pause dazwischen lassen.
2. Side Crunch
Ausgangsposition: Seitlage rechts auf dem Bett, wobei Sie so liegen sollten, dass die rechte Achselhöhle am Bettende liegt, beide Beine anwinkeln, so dass Sie bequem liegen
Übungsausführung: den oberen Arm über das Gesäß ausstrecken – Handfläche zeigt zur Decke, die untere Hand an den Kopf legen und diesen stützen, jetzt den Oberkörper anheben, dabei zeigen die Finger der rechten Hand Richtung Füße, langsam den Oberkörper wieder nach unten bewegen (stärkt die quer verlaufenden Bauchmuskeln)
Hinweis: Sie können diese Übung auch am Boden liegend ausführen, strecken sie dann aber den linken Arm am Boden aus (Handfläche auch zur Decke). Effektiver ist sie allerdings auf dem Bett, da sie hier einen größeren Bewegungsradius als am Boden ausführen können!
Brustmuskeln: Fast jeder Fitnessbegeisterte gibt als wichtigen Bestandteil seines Trainings den Bereich der Brustmuskulatur an. Bei den meisten Männern, da sie dort breiter werden wollen, bei vielen Frauen mit der Vorstellung, dass sie dadurch die Brust optisch vergrößern können oder den „Trieb der Schwerkraft“ (Hängebusen) Einhalt gebieten möchten.
Ein Brustmuskeltraining an sich ist wichtig und sinnvoll. Allerdings sollte man gerade als Frau keine Wunder erwarten. Die Vorstellung von besonders viel Brustmuskeltraining würde der Busen größer ist eine absolute Fehleinschätzung. Der Busen besteht aus Drüsen und Fettgewebe, unter der die Muskulatur an sich liegt. Durch Training der Brustmuskulatur wird diese Muskulatur stärker, aber das Drüsen- und Fettgewebe wird nicht aufgebaut, sondern eher – durch extremes Training – abgebaut. Auch durch Abnehmen an sich wird ja häufig der Busen kleiner, da Fett verschwindet. Durch starkes Training kann dies ebenso passieren. Was durchaus durch ein gutes Training der Brust erreicht werden kann, ist eine Art Stützfunktion, die natürlich nicht nur funktionelle sondern auch optische Vorteile hat.
Grundsätzlich sollte aber jeder, der ein Brustmuskeltraining durchführt, bedenken, ebenfalls die Antagonisten (Gegenspieler) zu trainieren. Dies sind vor allem die Muskeln der sogenannten „Rotatorenmanschette“. Wie der Name schon sagt, ist deren Hauptfunktion das Auswärtsdrehen. Wenn wir uns die Haltung der meisten Menschen anschauen, sind sie im Schulterbereich ja meist nach vorne eingefallen, also innenrotiert. Eine Funktion, die u.a. der Brustmuskel macht. Deshalb ist es wichtig, die Gegenspieler auch zu kräftigen, um aus dieser „Beugehaltung“ wieder heraus zu kommen, z.B. mit der Übung aus dem letzten Artikel!
3. Push up
Hier werden 2 verschiedene Schwierigkeits-Level gezeigt:
Level 1 – die leichtere Übungsausführung
Ausgangsposition: vor einem Stuhl (es geht auch die Bettkante) auf den Knien, die Hände auf den Stuhllehnen oder auf der Sitzfläche abgestützt
Übungsausführung: beugen Sie jetzt langsam die Arme so, dass sich die Brust Richtung Stuhlfläche absenkt, unten dann kurz halten und dann langsam wieder nach oben drücken
Level 2 – die schwierigere Variante
Ausgangsposition: vor einem Stuhl (es geht auch die Bettkante) dieses Mal auf die Füße gestützt, die Hände auf den Stuhllehnen oder auf der Sitzfläche abgestützt
Übungsausführung: beugen Sie jetzt langsam die Arme, so dass sich die Brust Richtung Stuhlfläche absenkt, unten dann kurz halten und dann langsam wieder nach oben drücken
Hinweis: Ellenbogen immer ganz leicht gebeugt lassen, also nicht ganz durchdrücken
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