Fast hätte er vergangenen Sonntag seinen Sieg vermasselt. Nach einem missglückten Schlag hatte er den Ball etwas unbedacht aufgehoben und wollte ihn sauber machen. Bernhard Langer hatte vergessen, dass das an den ersten beiden Tagen des Turniers wegen der Wetterbedingungen und des aufgeweichten Kurses durchaus erlaubt war, am Schlusstag jedoch nicht mehr. „Ein mentaler Fehler“, ärgerte sich der zweimalige US-Masters-Sieger im Anschluss. Als Strafe wurde ihm zusätzlich ein Schlag angerechnet, das hätte mehr als entscheidend sein können. „Es muss was mit dem Alter zu tun haben. Ich habe mich sehr geärgert. Aber dann dachte ich, es ist passiert, mach das Beste draus“, sagte der 51-Jährige.
Und das tat er tatsächlich. Nach seinem Fehler bewies er Nervenstärke und ging den Rest des Spiels ruhig und konzentriert an. Mit 12 und zwei Schlägen Vorsprung gewann er das Turnier vor Lonnie Nielsen und Fred Funk. Damit übernahm Bernhard Langer wieder die Führung in der laufenden Jahreswertung 2008 – noch vor seinen Kontrahenten Jay Haas und Fred Funk. 67 und 68 Schläge lauteten Langers Rundenergebnisse am Freitag. Am Samstag schaffte er mit seiner 69er Runde auch im Finale wieder ein Ergebnis unter 70 Schlägen.
Bernhard Langer startete seine Profigolfkarriere schon Ende der 70er Jahre. Er gehört zu den Big Five, einem Zirkel von Weltklassegolfern, die alle innerhalb von 12 Monaten geboren und wichtige Titel wie mindestens einen Major gewannen. 2001 wurde der Anhausener in die „World Golf Hall of Fame“ aufgenommen.
Bernhard Langer wird sich nun eine Woche Pause gönnen, bevor er ab dem 30. Oktober in Sonoma in Kalifornien sein 20. Saisonturnier auf der US-Senior-Tour spielen wird. Zeit zum Ausruhen hat er auch danach nicht. Im Anschluss steht das Champions-Tour-Saisonfinale bei Orlando an, wo sich Langer ab dem 4. Dezember mit den weltbesten Golfsenioren messen wird.
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