In Golfbüchern muss man immer wieder lesen, es gebe nichts wichtigeres als gute Grundlagen: Griff, Haltung, Stand, Ausrichtung, Ball-Position und so weiter. Die penetrante Wiederholung dieses Mythos’ macht ihn jedoch genauso wenig richtig, wie den, dass Spinat viel Eisen enthält. Tatsächlich sind all diese Faktoren zweitrangig, denn der Ball hat nur eine begrenzte Intelligenz und kann nicht erkennen, wie Sie stehen oder den Schläger halten.
Alles, was der Ball merkt, ist, ob der Schläger ihn richtig trifft: Zeigt die Schlagfläche im Treffmoment zum Ziel und bewegt sie sich möglichst schnell in die richtige Richtung? Das und nichts anderes animiert den Ball zu geradem und weitem Flug. Unzählige Slicer mussten deshalb schmerzhaft feststellen, dass ihre Technik vielleicht nach den Gesichtspunkten von überholten Lehrbüchern »richtiger« ist, aber sie eher schlechter schlagen, nachdem der viel zu starke Griff neutralisiert oder das Ausrichten nach links korrigiert wurde.
Damit der Schläger also in die richtige Richtung zeigt und schwingt, muss die Schlagfläche gerade sein (erstes Geheimnis) und die Ebene stimmen (zweites Geheimnis). Um die Ebene geht es in diesem Beitrag.
Bei einem neutralen Schwung bleibt der Schläger immer in der gleichen Schräge. Er wird zwar angehoben und bleibt deshalb nicht auf einer Ebene, aber seine Schräge entspricht immer der beim Ansprechen und wird vorgegeben durch den Lie des Schlägers.
Zweites Geheimnis: Der Schläger bleibt während des Schwunges immer in der gleichen Schräge.
Wer jedoch die Erfahrung gemacht hat, dass seine Bälle nach rechts abdrehen, wird unbewusst versuchen, das auszugleichen, indem er weiter nach links schwingt. Das kann auch erfolgreich sein und so werden aus Bällen, die rechts starten und weiter nach rechts abdrehen, Bälle, die nach links starten und nach rechts abdrehen, also mitunter im Ziel landen. Aber diese Bananenschläge machen Umwege, fliegen zu hoch und deshalb sehr kurz — wirklich gutes Golf wird man so nicht spielen.
Die Schleife eines Slicers: Der Schläger schwingt zu flach zurück und kommt zu steil in den Ball
Zeigt der Schläger im höchsten Punkt zu weit links am Ziel vorbei, kommt er meist von außen, also viel zu steil in den Ball.
So wie beim ersten Geheimnis (gerade Schlagfläche) der Griff eine Rolle spielte, so spielt bei der Ebene die Haltung eine Rolle. Aber eben nur eine Rolle und nicht die einzige. Griff wie Haltung sind immer nur Mittel zum Zweck, niemals Selbstzweck. Das heißt sie dürfen nicht korrigiert werden, nur damit sie richtig sind, sondern bestenfalls, damit eine verdrehte Schlagfläche oder ein verkehrtes Eintreffen des Schlägers korrigiert wird. Ist die Ebene zu steil, hat es Sinn, wenn sich der Golfer aufrechter hinstellt. Ist das Wegnehmen zu steil, ist es sinnvoll, eine Schulterausrichtung links vom Ziel zu korrigieren und so weiter.
Werden die Arme zu stark gehoben, sind die Hände im Treffmoment meist viel zu hoch und dadurch zeigt die Schlagfläche im Treffmoment nach rechts.
Die richtige Ebene kann man sich wie eine Glasscheibe vorstellen, auf der der Schläger ruht. Im höchsten Punkt des Ausholens ist der linke Arm unter einer Glasscheibe, die parallel zur ersten in der Luft schwebt. Die Schultern drehen sich etwas flacher und dafür gibt es eine kleine Klappe in der oberen Scheibe.
Schwingt ein Schläger auf der richtige Ebene, entwickelt sein Schlägerkopf gleichsam ein Auge für den Ball. Das richtige Treffen wird so zu einem zwangsläufigen Resultat, das nicht durch eine bewusste Steuerung von vielen kleinen Ausgleichsbewegungen herbeigeführt werden muss, die immer dann nötig sind, wenn der Schläger auf zahllosen unterschiedlichen Ebenen herumschlackert.
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