Als Amateur habe ich fünf Jahre jeden langen Schlag mit Slice gespielt. Der Ball startete nach links und drehte nach rechts. Es hat mich schier verrückt gemacht und nichts half: Der Pro empfahl mir, mehr von innen zu kommen, was dazu führte, dass die Bälle weniger links starteten, aber genauso viel nach rechts abdrehten, also letztlich nur tiefer im Rough landeten.
Bücher und Zeitschriftenartikel propagierten stärkeres Überrollen, was mich nur früher in den Boden schlagen ließ. Und die Mitspieler rieten mir, mich mit diesem Schlag zu arrangieren; der sei nun mal das Los fast aller Golfer.
Manche Lehrer empfehlen in ihrer Hilflosigkeit gegen den Slice ein verstärktes Putt-Training. PGA-Präsident Quirmbach gehört natürlich nicht dazu.
Ich wollte mich jedoch nicht abfinden mit diesen Gurkenschlägen, die meine Inkompetenz so offensichtlich dokumentierten. Also nahm ich mir vor, dem Leiden auf den Grund zu gehen. Wenn ich jemals die wahren Gründe entdecken sollte, warum Menschen slicen, wollte ich sofort einen Feldzug antreten wider den Slice, denn ich fand Slicen menschenunwürdig.
Inzwischen währt dieser Feldzug fünfzehn Jahre, umfasst Bücher und Zeitschriftenartikel in mehreren Sprachen, Videos, Vorträge auf nationalen und internationalen Konferenzen, Internetseiten, Beiträge in Foren sowie Einzel- und Gruppenunterricht. Es hilft alles nichts: Die Welt slict noch immer.
Oliver Heuler bei seinem Feldzug wider den Slice. Hier bei der european teaching and coaching conference.
Ein Drittel aller slicenden Leser müssten bereits durch den letzten Artikel zum Thema Griff (Die drei Geheimnisse des Golfschwungs - Erstes Geheimnis: Die Schlagfläche) spürbare Linderung, wenn nicht Heilung erfahren haben. Ein weiteres Drittel sollte ich jetzt erwischen, indem ich erkläre, welche Rolle die Handgelenke spielen. Und das letzte Drittel muss sich gedulden bis ich in dieser Artikelserie zum zweiten Geheimnis des Golfschwunges komme: der Ebene.
Wenn Ihr Ball trotz eines richtigen Griffes nach rechts fliegt, verdrehen Sie die Schlagfläche wahrscheinlich mit den Handgelenken. Als Slicer sollten Sie darauf achten, dass der linke Unterarm und der linke Handrücken nach dem Ausholen eine Linie bilden.
Beugt sich das linke Handgelenk zum Handrücken (dorsal), öffnet das die Schlagfläche und das begünstigt einen Slice
Stimmt der Griff und bilden linker Handrücken und Unterarm eine Linie, ist die Schlagfläche ca. 20 Grad mehr in Richtung Horizontale gedreht als der Unterarm
Die meisten Rechtshänder erreichen das am besten, indem sie sich darauf konzentrieren, das rechte Handgelenk stärker in Richtung Handrücken zu beugen. Das Gefühl entspricht dann dem beim Tragen eines Tabletts. Ist der Griff richtig und bilden linker Handrücken und Unterarm eine Linie, zeigt die Schlagfläche fast in Richtung Himmel. Jetzt kann sich der Slice nur noch in Ihren Schwung infiltrieren, indem irgendwer oder –was Ihr linkes Handgelenk im Abschwung dorsal (zum Handrücken) beugt. Dagegen hilft nur palmares Schlagen: Schwingen Sie dazu den Schläger am Anfang maximal bis zur Hälfte zurück und halten Sie so kurz wie möglich nach dem Treffmoment an. In dieser Position sollten Handrücken und Unterarm immer noch in einer Linie sein. "Palmar" bedeutet zur Handfläche hin und das ist das Gegenteil des dorsalen Schlagens.
Das palmare Schlagen ist das Geheimnis der Pros von dem sie selber nichts wissen.
Diese Beugung des Handgelenks ist das eigentliche Geheimnis gegen den Slice. Über 500 Jahre rätselten Generationen des zwanzigsten Jahrhunderts — ohne Erfolg. Nur die Begnadeten unter ihnen schlugen intuitiv richtig, konnten den Unbegabten aber auch nicht helfen.
Seine Golfschule am Fleesensee bietet den idealen Start in den Golfsport: Platzreife-Golfkurse und Einzelunterricht.
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