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Running - Das Laufmagazin

Apfel-Po oder Orangen-Haut

Ernährung bei Cellulite - Das Programm gegen lästige Orangenhaut

Von Dr. Wolfgang Feil


Vor Bindegewebsproblemen, besser bekannt unter Cellulite oder Orangenhaut, sind auch Sportlerinnen nicht sicher, da sie oftmals vererbt werden. Gerade Frauen, die ja von Natur aus ein schwächeres Bindegewebe haben, sind häufig betroffen. Trotzdem: Man bzw. Frau kann gegen diese unschönen Dellen einiges tun. Allem voran steht eine spezielle Ernährung, Bewegung und die richtige Pflege.

Anti-Cellulite-Baustein 1: Spezielle Nährstoffe gegen Cellulite

Einige Nährstoffe helfen Ihnen, Ihr Bindegewebe zu kräftigen und die Erscheinungen bei Cellulite zu mindern. Hier eine Übersicht der kleinen Helfer, die Sie in Ihre tägliche Ernährung einbauen sollten:

Wichtige Nährstoffe zur Bindegewebskräftigung
1. Kieselsäure
2. Vitamin C
3. Bindegewebsaufbauende Aminosäuren
4. ß-Carotin und Selen
5. Hochdosiertes Vitamin E

1.1. Kieselsäure gegen Cellulite
Kieselsäure enthält als zentralen Bestandteil Silicium. Kieselsäure sorgt damit für eine bessere Vernetzung der Bindegewebsfasern untereinander. Sie erhalten ein kräftiges und festes Bindegewebe. Schwachstellen wie bei Cellulite vermindern sich. Folgende Nahrungsmittel enthalten Kieselsäure:

Kieselsäurereiche Nahrungsmittel
- Ackerschachtelhalm
- Vollkornreis
- Haferflocken
- Hirse
- Gerste
- Kartoffelschalen

Ackerschachtelhalm spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Versorgung mit Kieselsäure, da der Körper die vorhandene Kieselsäure zu nahezu 100% aufnehmen und verwerten kann. Zur Unterstützung des Bindegewebes und zur Vorbeugung gegen Cellulite können Sie täglich einen Ackerschachtelhalm-Tee trinken. Bei stärkeren Bindegewebsproblemen besorgen Sie sich ein Ackerschachtelhalm-Konzentrat, um täglich auf die empfohlene Menge an Kieselsäure zu kommen.
Im Gegensatz zum kieselsäurehaltigen Ackerschachtelhalm sind die Kieselsäure- oder Kieselerde-Präparate (weißes Pulver) kaum wirksam, da die Verwertbarkeit der Kieselsäure-Pulver weniger als 1 Prozent beträgt.

CELLULITE-TIPP 1:
-> Pellkartoffeln oder Backofenkartoffeln mit Schale verzehren, darin steckt eine große Portion Kieselsäure.
-> Auch alle Haferprodukte wie Haferflocken sind reich an Kieselsäure und gleichzeitig an Cystein, einer bindegewebsaufbauenden Aminosäure.
-> Statt normalem Reis Vollkornreis verwenden, darin ist auch die wertvolle Kieselsäure enthalten.
-> Selbst das Bier in richtiger Menge ist nicht mehr verwerflich, wenn man weiß, dass in Gerste Kieselsäure enthalten ist.

1.2. Vitamin C gegen Cellulite
Der Bindegewebsaufbau wird nicht nur durch Kieselsäure verbessert, sondern ebenso durch Vitamin C. Vitamin C sorgt damit auch für ein kräftiges und straffes Bindegewebe. Der beste Bindegewebsaufbau wird durch eine Kombination von Vitamin C und Kieselsäure erreicht.

CELLULITE-TIPP 2:
Verzehren Sie deshalb jeden Tag Vitamin C- reiches Obst und Gemüse und Fruchtsäfte. Schon zum Frühstück ein Glas Orangensaft wird Ihr Bindegewebe freuen.

1.3. Bindegewebsaufbauende Aminosäuren gegen Cellulite
Eine hochwertige Eiweißversorgung in Kombination mit einer kieselsäure- und Vitamin C- reichen Ernährung ist die Grundlage einer bindegewebsaufbauenden Ernährung. Eine bindegewebsaufbauende Ernährung verhindert und verbessert Bindegewebsschwächen wie Cellulite, da ständig neues Bindegewebe gebildet wird. Alte kaputte Bindegewebsstrukturen werden abtransportiert und durch neue, straffe Strukturen ersetzt. Im Folgenden sehen Sie, in welchen Nahrungsmitteln bindegewebsaufbauende Aminosäuren vorhanden sind:

Bindegewebsaufbauende Aminosäuren (Eiweißbausteine)
- Aminosäure Prolin: Gelatine, Muschelpulver, Molkeneiweiß, Käse, Weizenkeime, Orangensaft
- Aminosäure Glycin: Gelatine, Muschelpulver, Molkeneiweiß, Gummibärchen, Hafer, Rindfleisch
- Aminosäure Lysin: Gelatine, Weizenkeime, Amaranth
- Aminosäure Arginin: Gelatine, Weizenkeime
- Aminosäure Methionin: Molkeneiweiß, Hafer
- Aminosäure Cystein: Hafer, Mais, Eiklar, Molkeneiweiß

CELLULITE-TIPP 3:
Unterstützen Sie Ihren Aufbau von Bindegewebe täglich durch 30g Weizenkeime, 50g Haferflocken und 3 EL reinem Molkeneiweiß. Bitte trinken Sie auch täglich 2,5 – 3 Liter, damit der Stoffwechsel aktiv sein kann.

1.4. Vitamine und Spurenelemente gegen Cellulite
Auch bestimmte Vitamine und Spurenelemente schützen das Bindegewebe.
Wichtig sind hierbei das schon erwähnte Vitamin C und das Provitamin A (ß-Carotin) sowie das Spurenelement Selen. Provitamin A in Form von ß-Carotin ist ausnahmslos in allen Gemüsen und auch im Obst enthalten. Versuchen Sie also täglich, Obst und Gemüse zu verzehren. Die Vitamine und auch Selen schützen das Bindegewebe vor Angriffen von Schadstoffen. Solche Angriffe können Bindegewebe zerstören und es schneller altern lassen. Alterungsprozesse begünstigen die Entstehung von Cellulite oder verschlimmert das Erscheinungsbild. Diese Lebensmittel sind besonders reich an Selen:

Selenreiche Lebensmittel
- Weizenkeime
- Hefeflocken/ Bierhefetabletten
- Pistazienkerne
- Kokosflocken

CELLULITE-TIPP 4:
Knabbern Sie nebenher Pistazienkerne und Kokosflocken anstatt Chips, rühren Sie Weizenkeime in Ihren Frühstücksjoghurt und geben Sie einen Esslöffel Hefeflocken zum Beispiel in ihre Nudelsoße oder Salatsoße.

1.5. Hochdosiertes Vitamin E gegen Cellulite
Wenn Ihr Bindegewebe schon entzündet oder stark geschwächt ist, dann hilft Vitamin E als Nahrungsergänzung in einer Dosierung von 400mg pro Tag.
Vitamin E Nahrungsergänzungen bekommt man inzwischen in jedem Supermarkt oder Drogeriemarkt. Vitamin E hilft, die geschädigten Bindegewebsstrukturen zu reparieren und hat außerdem eine entzündungshemmende und heilende Wirkung. Zudem ist Vitamin E als fettlösliches Vitamin wichtig für die gesunde Zellstruktur. Gesunde Zellstrukturen wiederum führen zu straffer Haut und Verbesserung der Erscheinungen bei Cellulite und Bindegewebsproblemen.

Anti-Cellulite-Baustein 2: Bewegung gegen Cellulite

Bewegung gehört neben der Ernährung zu einem der wichtigsten Bausteine bei Bindegewebsproblemen. Bewegung führt zu einem strafferen Bindegewebe. Bei der Bewegung gebildete Muskeln geben dem Bindegewebe keine Möglichkeit, schlaff zu werden.
Versuchen Sie also täglich, Ihr persönliches kleines Sportprogramm je nach Leistungsvermögen, Lust und Zeit durchzuführen. Joggen gehört ebenso dazu wie Treppen steigen, Radfahren, Schwimmen und Spazierengehen. Suchen Sie sich Ihre Lieblingssportart aus! Auch kleine Kräftigungsübungen sollten Sie nie vernachlässigen. Machen Sie diese zum Beispiel abends beim Fernsehen.
Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach Broschüren mit Kräftigungsübungen. Meistens gibt es dazu sehr gute Abbildungen und Erklärungen.

Anti-Cellulite-Baustein 3: Massage und Pflege gegen Cellulite

Eine gute Maßnahme zur Straffung und Kräftigung des Bindegewebes sind Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser. Beenden Sie die Dusche immer mit kaltem Wasser. Benutzen Sie auch Peelings mit stoffwechselanregenden Stoffen, die das Bindegewebe anregen und gleichzeitig Ihre Haut von abgestorbenen Hautteilchen reinigen. Auch Algenextrakte haben eine positive Wirkung bei Bindegewebsproblemen.
Achten Sie auf eine gute Pflege Ihrer Haut. Massieren Sie betroffene Stellen zum Beispiel jeden Abend oder morgens nach dem Duschen. Sie regen damit die Durchblutung an. Hilfreich sind hierbei auch erwärmende Öle und Cremes. Bei einer guten Durchblutung können kaputte Zellen abtransportiert werden und neues Bindegewebe gebildet werden.
Cellulite und Bindegewebsprobleme lassen sich also durch eine ganzheitliche Beachtung von Ernährung, Bewegung und Pflege behandeln. Wenden Sie täglich mindestens je einen Tipp aus einem Anti-Cellulite-Baustein an und Sie werden schnell eine Besserung spüren.

Quelle:
Running - Das Laufmagazin

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