„Wissen vom Leben“ heißt Ayurveda, wenn man es aus dem Sanskrit übersetzt. Mindestens 5.000 Jahre ist diese traditionelle, indische Heilkunst schon alt, die den gesamten Körper einbezieht. Schon in der Steinzeit verfügten die Menschen im alten Indien über medizinisches Wissen und Kenntnisse über die Wirkung bestimmter Heilkräuter, füllten etwa Zahnlöcher mit bestimmten Texturen auf. Vermutlich entwickelten sie aus diesen Erkenntnissen die ayurvedischen Prinzipien, die Teil der vier heiligen Schriften, den Vedas, des Hinduismus sind.
Demnach spiegelt der menschliche Organismus das kosmische Ordnungssystem des Universums wieder. Die fünf Elemente Feuer, Wasser, Luft, Erde und Äther sind die Grundlage dafür. Aus ihnen leiten sich drei energetische Regelsysteme, die Doshas, ab. Vata (Luft/Äther) regelt die Atmung, koordiniert die Bewegung und Nerventätigkeit, Pitta (Feuer/Wasser) ist für Verdauung und Stoffwechsel zuständig, Kapha (Wasser/Erde) für das Immunsystem.
Die individuellen Eigenschaften eines Menschen, werden über das Verhältnis der Doshas zueinander bestimmt. Über eine Pulsdiagnose lässt sich es sich bestimmen. Ist dieses schon minimal gestört, kann es zu gewissen Krankheitssymptomen kommen. Giftige Schlacken (Ama) werden im Organismus abgelagert, heißt es laut der ayurvedischen Lehre. Um diese angesammelten Schlacken wieder aus dem Körper zu entfernen, werden diverse Reinigungsverfahren (Panchakarma) angewendet. Beim Fasten, durch bestimmte Bäder, Einläufe und sogar Erbrechen soll der Körper gereinigt werden.
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Yoga, Massagen und Atemübungen unterstützen den Prozess, bestimmte Arzneimittel fördern die Heilung. Eine eigene Ernährungslehre soll das Gleichgewicht im Körper halten. Auch in Deutschland arbeiten zahlreiche Heilpraktiker und zunehmend auch immer mehr Ärzte und Privatkliniken heute nach ayurvedischen Prinzipien. Trotz der steigenden Beliebtheit, ist diese Heilkunst nach wie vor umstritten. Die Behandlungen können mehrere tausend Euro kosten. Die Krankenkassen übernehmen davon nichts. Anders als in Indien, wo das Studium der ayurvedischen Heilkunst an der Universität absolviert wird und genauso lang dauert, wie das der herkömmlichen Medizin, gibt es in Deutschland solche Richtlinien nicht. Die Grundausbildung dauert im Schnitt gerade einmal fünf Tage. Viele erwerben sie im Urlaub in Indien oder auf Sri Lanka. Und auch bei seriösen Anbietern besteht das Risiko, dass ernsthafte Erkrankungen übersehen und nicht angemessen behandelt werden können.
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