Wer es im stressigen Berufsalltag nicht schafft, sich ausgewogen zu ernähren, kann laut Herstellern mit diesen Lebensmitteln seine Nährstoffversorgung garantieren. Die teuren Produkte sollen den Alterungsprozess verlangsamen, Krebs vorbeugen, die Abwehrkräfte stärken und die Darmgesundheit fördern. Sogar Bonbons wird ein solcher die Gesundheit fördernder Nutzen angedichtet.
Ihren Ursprung haben die funktionalen Lebensmittel seit Anfang der 90er Jahre in Japan. Foshu werden sie dort genannt, Food for specific health use. Malzextrakt-Gesundheitsbier, Malzschokolade, Ovolmaltine – solche Vorläufer gab es schon in Deutschland und Österreich Anfang des 19. Jahrhunderts.
Am häufigsten finden wir sie heute an der Milchtheke des Supermarktregals. Kaum noch ein Joghurt, der nicht mit Probiotika, Präbiotika und Symbiotika angereichert wurde. Eine gesunde Darmflora soll das Ergebnis sein. In Wahrheit ist ein positiver Effekt jedoch noch gar nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. „Functional Food ist grundsätzlich keine Garantie für eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung. Ernährungsfehler lassen sich auch durch den Verzehr von funktionellen Lebensmitteln nicht beseitigen“, hatte auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bekannt gegeben. Manche Nahrungsmittel schaden mehr als sie nützen. Vor allem von aufgepeppten Fruchtsäften sollte man lieber die Finger lassen. Oft bestehen diese nur aus minderwertigen, mit Zucker und Wasser versetzten Produkten, denen überflüssige Vitamine zugeführt wurden. Denn einen Mangel der Vitaminkombi ACE gibt es in zivilisierten Ländern kaum. Auch von mit Eisen angereicherten Lebensmitteln sollte man grundsätzlich absehen. Es wird schlechter vom Körper aufgenommen als das Natürliche und kann schlimme Magenprobleme verursachen. Dann schon lieber öfter einmal Fisch, Fleisch und grüne Gemüsesorten naschen.
Ganz unsinnig sind jedoch nicht alle Produkte. Ohne mit Jod angereichertem Salz etwa, wäre kaum jemand ausreichend mit dem Mineral versorgt. Abgeschlagenheit, Übergewicht und Antriebslosigkeit wären die Folge. Funktionale Lebensmittel können eine ausgewogene Ernährung jedoch nicht ersetzen. Ganz im Gegenteil, wer lieber gleich zum frischen Obst und Gemüse greift, riskiert noch nicht einmal schlimme Nebenwirkungen.
Weitere Infos unter: www.functional-food.de
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