Säuglinge Muttermilch und Babynahrung
Aufgrund des raschen Wachstums und der sehr schnell verlaufenden Entwicklung haben Säuglinge im ersten Lebensjahr einen besonders hohen Nährstoffbedarf. Müttern, die nicht stillen, steht bestimmte Säuglingskost zur Verfügung.
Muttermilch
Muttermilch ist die mit Abstand gesündeste Anfangsnahrung für ein Kind. In den ersten sechs Monaten braucht das Baby normalerweise nichts anderes. Stillen hat auch für die Mutter viele Vorteile.
Muttermilch liefert alles, was das Baby für eine gesunde Entwicklung braucht. Sie - ist immer verfügbar, richtig temperiert und enthält alle Nährstoffe, die das Baby in den ersten Monaten braucht, - hat die optimale Zusammensetzung und ist auf die Bedürfnisse und Verdauung des Säuglings abgestimmt, - enthält nur arteigenes Eiweiß und schützt das Kind vor allergischen Erkrankungen, - ist leicht verdaulich, keimfrei und gut verträglich, - enthält viele Abwehrstoffe und schützt noch lange nach dem Abstillen - bis ins Schulalter - vor Infektionen.
Stillen
Der Trend geht zum Stillen. Kein Wunder, denn Stillen - fördert die emotionale Bindung von Mutter und Kind, - gibt dem Baby Geborgenheit und Hautkontakt, - schützt vor Überernährung, denn gestillte Kinder leiden nachweislich weniger häufig an Übergewicht, - begünstigt die normale Kieferbildung und - fördert die Rückbildung der Gebärmutter.
Schon zwanzig bis dreißig Minuten nach der Geburt kann das Kind zum ersten Mal gestillt werden. Jetzt ist der Saugreflex beim Neugeborenen am stärksten. Grundsätzlich empfiehlt es sich, das Baby immer dann an die Brust zu legen, wenn es danach verlangt. Nach einigen Tagen entwickelt sich dann ein gleichmäßiger Trinkrhythmus. Beim Stillen möglichst entspannen, da Stress den Milchfluss hemmt.
Tipp: Manchmal kann zu kräftiges Saugen schmerzhaft sein oder mit dem Stillen will es einfach nicht klappen. Dann können Stillgruppen mit fachkundiger Beratung und umfassenden Informationen weiterhelfen.
Babynahrung
Ist die Mutter krank oder kann aus anderen Gründen nicht stillen, gibt es Fertigmilch-Präparate. Nach etwa sechs Monaten steht zunehmend Beikost auf dem Speiseplan.
Wegen des hohen Allergierisikos durch Kuhmilch ist es sinnvoll, auf diese möglichst im ersten Lebensjahr zu verzichten und auf adaptierte beziehungsweise teiladaptierte Säuglingsnahrung zurückzugreifen. Fertigmilch-Präparate haben einen für das Baby bedarfsgerechten Nährstoffgehalt, sind hygienisch einwandfrei und unterliegen strengen Richtlinien.
Milchnahrung Die modernen Milchnahrungen werden eingeteilt in - Anfangsnahrungen, speziell für die Ernährung in den ersten Monaten und - Folgenahrungen für Babys im Beikostalter.
Beide Produkte sind der Muttermilch angeglichen. Sie unterscheiden sich jedoch durch die Zusammensetzung der Kohlenhydrate. Säuglingsnahrung mit der Vorsilbe Pre ist von Geburt an geeignet. Das Baby sollte mit dieser Anfangsmilch auf sein Verlangen hin gefüttert werden. Stärkehaltige Milchnahrung mit der Ziffer 1 ist frühestens ab dem vierten Monat zu empfehlen, da die Verdauungsorgane des Babys vorher noch nicht für die enthaltene Stärke und Saccharose entwickelt sind. Milchnahrung mit der Ziffer 2 ist die Folgemilchnahrung für das Beikostalter. Sie ähnelt in der Zusammensetzung eher der Vollmilch und sollte frühestens ab dem fünften Monat gefüttert werden.
Tipp: Halten Sie bei Säuglingsmilchnahrung unbedingt feste Fütterungszeiten ein. Sie können Ihr Baby sonst leicht überfüttern.
Beikost
Nach einem halben Jahr wird es langsam Zeit für Beikost, denn jetzt braucht das Baby für sein Wachstum mehr Energie und Nährstoffe als ihm Muttermilch oder Flasche geben können. Der Ernährungsplan sollte relativ einfach sein und aus wenigen Lebensmitteln bestehen. Verzichten Sie aufgrund des hohen Nitratgehaltes zunächst auf Grün- oder Blattgemüse.
Beginnen Sie mit einigen Teelöffeln Karottenpüree oder geschlagener Banane vor der Mittagsmilchmahlzeit. Steigern Sie die Menge von Tag zu Tag. Hat sich das Kind an den Löffel gewöhnt, geben Sie circa 100 Gramm Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Fett-Brei und danach die Milchmahlzeit. Wenn Ihr Kind dies gut verträgt, steigern Sie die Menge langsam auf 150 bis 200 Gramm Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Fett-Brei plus Obstmus ohne Zucker. Die Milchmenge hinterher wird entsprechend weniger.
Ab dem 7. Monat füttern Sie mittags 200 bis 250 Gramm Brei.
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