Eine zusätzliche Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen in Tablettenform ist demnach aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht notwendig. Anders sieht es natürlich bei kranken Menschen sowie bei einer Mangel- oder Fehlernährung aus, in diesem Fall ist die Zuführung von Vitaminen und Mineralstoffen meist überlebens-wichtig.
Oftmals liest man in den Zeitungen, dass in Deutschland auf Grund von nährstoffarmen und überlagertem Obst und Gemüse eine Vitaminunterversorgung vorliegt. Das ist so nicht richtig. Gerade in der heutigen Zeit kann man sich zu jeder Jahreszeit an einem großen und vielfältigen Angebot von ökologisch angebautem frischem Obst und Gemüse erfreuen. Es muss nur genutzt werden!
Um einen möglichen Vitaminverlust durch falsche häusliche Lagerung zu vermeiden, ist es für den Konsumenten auf alle Fälle besser, Obst und Gemüse immer saisongerecht, frisch und nach Bedarf einzukaufen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt für das „echte“ Obst und Gemüse ist, dass sie neben Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten, so genannte sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. In zahlreichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass diese, abgesehen von den Vitaminen und Mineralstoffen, einen wesentlichen Aspekt der Gesundheitsförderung ausmachen. So werden diesen Stoffen unter anderem antikancerogene Wirkungen zugeschrieben.
Jeden Tag mindestens drei verschiedene Zwischenmahlzeiten an Obst verzehren, abends einen frischen knackigen Salat mit Rapsöl angerichtet, sowie ein Glas Saft am Tag und die Ernährungswissenschaftler sind zufrieden mit Ihrer „Ausbeute!“
Hört der Verbraucher die Begriffe Vitamine und Mineralstoffe, so denkt er meist an Obst und Gemüse. Es darf aber nicht vergessen werden, dass es noch andere Möglichkeiten gibt, sich mit den sog. Mikronährstoffen zu versorgen. So sind in Deutschland die Milch- und Milchprodukte, sowie Fleisch und Fisch verhältnismäßig günstig und wichtige Lieferanten für Eisen, Folsäure, Magnesium, Jod, B-Vitamine und weitere Mikronährstoffe. Diese Lebensmittelgruppen liefern einen wichtigen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung mit einer hohen Nährstoffdichte ohne die Aufnahme von Mineralstoffen in Tablettenform. Also darf es ruhig dreimal pro Woche Seefisch sein und auch das Fleisch, wenn es denn als fettarme und naturbelassene Variante und nicht als Wurst auf den Tisch kommt, ist ein wichtiger Bestandteil der ausgewogenen Mischkost. Genauso sollte die Milch nicht nur müde Männer munter und kleine Kinder zufrieden machen, sondern auch bei allen anderen mit ihrem Calcium und den Proteinen einen soliden Platz in der täglichen Ernährung einnehmen.
Und auch wer glaubt, dass all diese Vorzüge einer natürlichen und ausgewogenen Ernährung nicht stimmen, sollte sich bei einer Ernährung in Tablettenform mit ein paar Fragen auseinandersetzen.
Viele wissenschaftliche Studien zweifeln die Wirksamkeit einer Supplementation bei gesunden Normalbürgern an und man hat bereits mehrfach gezeigt, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Man also nicht einfach den Vitamin-Cocktail einer Tomate in eine Tablette pressen kann und diese die gleiche Wirkung erzielt. Man weiß auch noch viel zu wenig über die Wechselwirkungen der einzelnen Mikronährstoffe untereinander. Also welches Präparat hält zum Beispiel die physiologisch optimalen Verhältnisse von Natrium zu Kalium kleiner 5 zu 1 und Magnesium zu Calcium kleiner 3 zu 1 ein und warum ist der ganze Apfel wirksamer als sein Pendant in Tablettenform? Wie nimmt der Körper die einzelnen Supplemente auf und kann er diese überhaupt sinnvoll verwerten, oder behindern sich die einzelnen Wirkstoffe gegenseitig? Diese Komplexität in natürlichen Lebensmitteln aus Millionen Jahren Evolution sollten wir zu schätzen wissen und wie lege ich die Notwendigkeit der Substitution für einzelne Stoffe fest?
Die oben benannten Risikogruppen, zu denen auch die ambitionierteren Sportler zählen, sollten auf alle Fälle Ihrer Ernährung einen besonderen Stellenwert verleihen und mit einem Ernährungsberater, oder entsprechend geschultem Arzt Rücksprache halten, ob eine Supplementation bestimmter Stoffe sinnvoll sein könnte. Ansonsten ist Vorsicht geboten bei den Drohszenarien der Industrie, denn diese wollen ja in erster Linie den Absatz ihrer Nahrungsergänzungsmittel fördern. So richtig schaden kann man sich in den meisten Fällen mit einer Substitution nicht und letztlich leistet man über den Weg der Verdauung einen Beitrag zur Düngung unserer Felder mit den industriell erzeugten Mikronährstoffen. Aber man könnte das Geld eben auch für hochwertige natürliche Lebensmittel ausgeben, damit echte Lebensqualität bei einem wohlschmeckenden und sättigenden Essen erhalten und auch noch die naturverträgliche Landwirtschaft fördern. Also Öko-Markt statt Fastfood-Kette, Elektroherd statt 5 Minuten Terrine, Sport statt Diät und 3 Äpfel statt einer Tablette. Quelle: Nordicsportshop
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