Ihre winzigen Geschwister aus der Kategorie „Süßwasser“ entfalten ihre Kräfte in komprimierter Form als Nahrungsergänzungsmittel in Tabletten- oder Pulverform. Algen bevölkern Salz- und Süßwasser mit mehr als 25.000 Spezies von mikroskopisch kleinen Lebewesen bis zu 60 m langen Tang-„Fahnen“. Die Wasserpflanzen werden nach ihrer Färbung in Grünalgen, Braunalgen, Rotalgen und blaugrüne Algen eingeteilt. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist ihre Herkunft für uns jedoch von größerer Bedeutung: Meeresalgen unterscheiden sich von Süßwasseralgen (Chlorella, Spirulina) durch ihren hohen Jodgehalt, der sie für die Vorbeugung und Bekämpfung von Jodmangel qualifiziert. In China und Japan, wo traditionell viel Meeresgemüse gegessen wird, sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen selten. Die Braunalge Kombu wirkt beispielsweise nachweislich blutdrucksenkend; Kombu, Nori und Wakame werden zur Regulierung eines hohen Cholesterinspiegels erfolgreich eingesetzt. Dank ihrer gerinnungshemmenden Wirkung kommt die Meerespflanze auch bei der Thromboseprophylaxe zum Einsatz.
Meeresgemüse auf den Tisch
Bezogen auf ihr Trockengewicht, sind Meeresalgen eine Mixtur aus 50 % Kohlenhydraten, 30 % Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen, rund 20 % Eiweiß und einem sehr geringen Anteil Fett. Die wenigsten von uns wohnen an der Meeresküste und können Gerichte mit frischen Algen verfeinern. Getrocknete Algen haben jedoch den Vorteil, dass sie – trocken und lichtgeschützt gelagert – bis zu zwei Jahren haltbar sind. Trockenalgen werden vor dem Verzehr in Wasser eingeweicht und quellen dort bis zum 16-fachen des ursprünglichen Volumens auf. Da die Inhaltsstoffe und vor allem der Jodgehalt der sehr aromatischen Pflanze hoch konzentriert sind und schon geringe Mengen den menschlichen Tagesbedarf decken, muss bei der Vorbereitung einer Mahlzeit vorsichtig dosiert werden. Entwarnung für Neuzugänge unter den Algenköchen: Auf jeder Packung Trockenalgen seriöser Herkunft wird auf die richtige Dosierung hingewiesen.
Wie schmecken sie am besten – und wie lassen sie sich am schnellsten und einfachsten ins geplante Menü integrieren? Grundsätzlich gilt: Meeresalgen können völlig unkompliziert nach einer kurzen Einweichphase allen Gerichten beigefügt werden. Ihr Geschmack reicht von mild-würzig bis kräftig-aromatisch – eine Prise Meer für die Feinschmeckernase ist immer dabei. Augen schließen und schon stehen wir am Strand in der Bretagne! Im Naturkostladen erhalten Sie gefriergetrocknete bretonische Algen als Flocken (Pailetten), aber auch japanische Algen in größeren Stücken, die Sie selbst portionieren müssen. Auf der Verpackung finden Sie auch die Angabe des Jodgehalts. Erwachsene sollten nicht mehr als 200 Mikrogramm Jod/Tag zu sich nehmen.
Einfache Zubereituung
Die Zubereitung der Algen ist denkbar einfach: Fügen Sie die zuvor in Wasser eingeweichten Flocken einfach für einige Minuten Garzeit Gemüse, Pasta (Saucen), Reis oder anderen Gerichten hinzu. Welche Mahlzeit Sie mit den gegarten Algen würzen, bleibt Ihrer Fantasie überlassen. Ich verwende gerne Meeressalat, eine Mischung verschiedener französischer Algenflocken, die ich dann Gemüse, Gratins, Suppen und Salaten beimische. Die Möglichkeiten sind zahlreich: Lassen Sie sich von Kochbüchern inspirieren, die sich mit allen Varianten der europäischen und asiatischen Algenküche beschäftigen.
Zum zweiten Teil des Artikels
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